Pacemaker/Corosync Cluster: Die Grundlage für stabile und hochverfügbare IKT-Infrastrukturen

In modernen IT-Infrastrukturen ist die Hochverfügbarkeit (HA) ein entscheidender Faktor. Besonders bei geschäftskritischen Anwendungen, bei denen Ausfälle zu erheblichen finanziellen Verlusten oder einem Reputationsschaden führen können, sind Systeme erforderlich, die möglichst wenig Ausfallzeiten verursachen. Eine der beliebtesten Lösungen zur Realisierung von Hochverfügbarkeit in Linux-Umgebungen ist der Pacemaker/Corosync Hochverfügbarkeitscluster.

Was ist Pacemaker?

Pacemaker ist ein Open-Source-Cluster-Manager, der auf Hochverfügbarkeitslösungen spezialisiert ist. Pacemaker ermöglicht es, Dienste und Anwendungen über mehrere Server hinweg zu überwachen und sicherzustellen, dass im Falle eines Ausfalls eines Servers die Dienste nahtlos auf einen anderen Server verschoben werden. Pacemaker bietet eine zentrale Verwaltung von Ressourcen und ermöglicht automatisierte Entscheidungen, um Ausfälle zu vermeiden und Wiederherstellungen durchzuführen.

Was ist Corosync?

Corosync hingegen ist eine Plattform für die Kommunikation und Koordination innerhalb eines Clusters. Corosync stellt sicher, dass alle Knoten im Cluster die gleiche Sicht auf den Status und die Konfiguration des Systems haben. Corosync bietet die nötige Kommunikation zwischen den Servern, sodass Pacemaker eine präzise und schnelle Reaktion auf Ausfälle und Veränderungen im Cluster ausführen kann.

Zusammen bilden Pacemaker und Corosync eine leistungsstarke Kombination für die Verwaltung von Hochverfügbarkeitsclustern. Während Pacemaker für die Clusterlogik und Ressourcenkontrolle zuständig ist, sorgt Corosync für die Kommunikation und Konsistenz innerhalb des Clusters.

Wie funktioniert ein Pacemaker/Corosync Cluster?

Ein Pacemaker/Corosync Cluster besteht aus mehreren Knoten, die miteinander kommunizieren und die gleiche Konfiguration teilen. Jeder Knoten ist ein Server oder eine virtuelle Maschine, die einen bestimmten Dienst oder eine Anwendung ausführt. Der Cluster wird so konzipiert, dass bei einem Knotenfehler der Dienst auf einen anderen Knoten im Cluster verschoben wird, ohne dass der Benutzer dies bemerkt.

Die wichtigsten Komponenten eines Pacemaker/Corosync Clusters sind:

  1. Cluster-Knoten: Dies sind die physischen oder virtuellen Server, die im Cluster betrieben werden.
  2. Cluster-Ressourcen: Ressourcen können z.B. Datenbanken, Webserver oder Netzwerkkonfigurationen sein, die auf den Cluster-Knoten laufen müssen.
  3. Cluster-Manager (Pacemaker): Der Cluster-Manager sorgt dafür, dass die Ressourcen korrekt und verfügbar sind. Wenn ein Knoten ausfällt, übernimmt Pacemaker automatisch die Ressource auf einem anderen Knoten.
  4. Cluster-Kommunikation (Corosync): Corosync ermöglicht es den Knoten, miteinander zu kommunizieren, um den Cluster-Status aufrechtzuerhalten und schnell auf Änderungen zu reagieren.

Wichtige Features und Vorteile von Pacemaker/Corosync

  1. Automatisches Failover: Sollte ein Server ausfallen, sorgt Pacemaker für ein automatisches Failover, wobei die Ressourcen auf einen anderen Knoten im Cluster verschoben werden, ohne dass der Dienst für die Benutzer unterbrochen wird.
  2. Skalierbarkeit: Der Cluster lässt sich je nach Bedarf skalieren, sodass mehr Knoten hinzugefügt oder entfernt werden können, um die Anforderungen zu erfüllen.
  3. Flexibilität: Pacemaker kann mit einer Vielzahl von Diensten und Anwendungen arbeiten und unterstützt verschiedene Ressourcen-Typen wie Netzwerkrouten, Dateisysteme oder sogar virtuelle Maschinen.
  4. Heartbeat und Quorum: Corosync überwacht den „Heartbeat“ der Knoten, um sicherzustellen, dass alle Knoten ordnungsgemäß miteinander kommunizieren. Ein Quorum-Mechanismus stellt sicher, dass der Cluster nur dann Entscheidungen trifft, wenn eine Mehrheit der Knoten verfügbar und funktionsfähig ist, was zu einer erhöhten Stabilität führt.
  5. Resilienz: Durch die Verteilung der Anwendungen auf mehrere Knoten wird das Risiko von Ausfällen verringert. Selbst bei einem Hardware- oder Softwarefehler auf einem Knoten bleibt der Cluster funktionsfähig.
  6. Integrierte Sicherheitsfunktionen: Corosync und Pacemaker unterstützen Sicherheitsmechanismen wie Verschlüsselung und Authentifizierung, um die Kommunikation innerhalb des Clusters zu sichern.

Anwendungsfälle von Pacemaker/Corosync

Pacemaker und Corosync finden vor allem in Umgebungen Anwendung, in denen hohe Verfügbarkeit erforderlich ist, wie zum Beispiel:

  • Webanwendungen und Datenbanken: Online-Dienste und Datenbanken wie MySQL, PostgreSQL oder Apache Web Server profitieren von einer hochverfügbaren Umgebung.
  • Virtuelle Maschinen und Container: In Virtualisierungsumgebungen wie KVM oder VMware können Dienste und VMs über mehrere Hosts hinweg verteilt werden, um Ausfallzeiten zu minimieren.
  • Dateisysteme: Gemeinsame Dateisysteme wie NFS oder iSCSI können durch ein Hochverfügbarkeitscluster geschützt werden.

Fazit

Ein Pacemaker/Corosync Hochverfügbarkeitscluster ist eine robuste und flexible Lösung für Unternehmen und Organisationen, die auf eine zuverlässige IKT-Infrastruktur angewiesen sind. Die Kombination von Pacemaker und Corosync sorgt für eine nahtlose Kommunikation und Koordination zwischen den Knoten und stellt sicher, dass Ressourcen im Falle eines Ausfalls schnell auf einen anderen Knoten verschoben werden. Dies reduziert Ausfallzeiten erheblich und sorgt dafür, dass Dienste auch bei Hardware- oder Softwarefehlern weiterhin verfügbar bleiben.

Ob für kleine Unternehmen oder große Rechenzentren, Pacemaker/Corosync bietet eine kostengünstige und effektive Möglichkeit, eine Hochverfügbarkeit der Infrastruktur zu implementieren um den Betrieb jederzeit aufrechtzuerhalten.

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